Donnerstag, 22. September 2011

Wellness oder Kur?

Wenn man mal so wie ich zur 50+ Generation gehört (allerdings noch in den Anfängen, das sollte schon noch festgestellt werden)  und man schön langsam mit der schnellen Lebensweise seine Probleme bekommt, beginnt man zu überlegen, ob vielleicht eine Kur angesagt wäre.

Da ich leider nicht zu jenen Patienten zähle , die einen Arzt ihr eigen nennen, der alles bestätigt, was man nur so braucht (sollte sich einer dieser Gruppe unter den geschätzten Lesern befinden, bitte bei mir melden) und mir meine Doktoren auch in Zeiten wo es mir wirklich „dreckig“ ging, bestätigt haben, dass ich an keinem Burn-out leide, sondern einfach meine Einstellung ändern soll und außerdem wisse ich eh was zu tun sei, hat es bis dato für meine „Kur-Willigkeit“ nicht ganz so gut ausgesehen. Zumindest was die Öffentlich-rechtliche Finanzierung betrifft. Da es als Selbständige auch schwierig ist, sich so mir nix dir nix für 3 Wochen einfach vom „Markt“ zu verabschieden, genieße ich die raren Wochenende doppelt, an denen ich mich ein wenig der Wellness-Einrichtungen hingeben kann.
Und in Luhačovice (sprich Luhatschovize) gefällt es mir ganz besonders!
Warum? Das hat mehrere Gründe:
1.    Ich mag Wellnesskomplexe, die irgendwo in die Wüste gebaut sind und wo rundherum eigentlich gar nichts ist, nicht so sehr. Natürlich reicht das auch für einen Tag. Aber wenn man sich den Luxus leistet, vielleicht ein verlängertes Wochenende dort zu verbringen, finde ich es schön, durch einen Park oder eine Stadt bummeln zu können, ein Glas Wein in einem Lokal außerhalb trinken zu können oder vielleicht auch einen kleinen Ausflug in die Umgebung machen zu können

2.    Ich mag Dušan Jurkovič. Der Slowake, dessen Baustil als bäuerlicher Jugendstil bezeichnet wird und der, wie ich erst heute vernommen habe, auch Einfluss auf die Entwicklung unseres Friedensreich Hundertwasser gehabt hat, hat hier in Luhačovice mit dem Jurkovič dům und vielen anderen Bauten ein wunderbares Zeugnis seiner Kunst abgelegt. Wenn man durch den Kurpark schlendert, begegnet man seiner Architektur an allen Ecken und Enden.
3.    Die „Behandlungsmöglichkeiten“ sind gut. Man kommt verspannt und gestresst und ein paar Massagen und Bäder später geht man entspannt und relaxt seines Weges, freut sich des Tages und denkt sich einfach: „Mir geht es gut, und der Rest der Welt soll jetzt einmal bis Montag warten – nichts kann so wichtig sein…“ Ein herrliches Gefühl!

4.    Und das ist jetzt wirklich der letzte Punkt: Hier wird immer auch ein bisschen mehr geboten: Kultur z.B. oder Ausflüge. Ich kann hier Kolonadenkonzerte genießen oder im kleinen Kurtheater einer Aufführung von ausgezeichneter Qualität beiwohnen oder Elvis oder ABBA (natürlich nur gute Kopien) im Alexandria sehen und hören. Es tut sich was – auch rund herum..
Dass das Ganze nur 3 Stunden Fahrtzeit von Wien entfernt ist, macht die Sache natürlich auch noch interessant – und über die gute tschechische Küche und die mährische Weine (über Bier und Jelinek möchte ich heute noch schweigen) haben wir auf unserer Website www.ask-enrico.com ja schon oft genug geschwärmt. Das ist vielleicht der einzige Nachteil hier: Diät halten ist unmöglich!!!!