Montag, 2. Juli 2012

Das Klavierfestival Ruhr

In der Kulturhauptstadt 2011 - dem Ruhrgebiet mit seinen Metropolen Bochum, Duisburg, Dortmund oder Essen,  findet schon seit einiger Zeit ein Klavierfestival statt, das sich inzwischen zu einem der bedeutendsten, wenn nicht zum bedeutendsten Klavierfestival weltweit entwickelt hat. Von Anfang Mai bis Ende Juli finden jedes Jahr 60 bis 70 Konzerte herausragender , internationaler Klavierpianisten statt.
Mercatorhalle im CityPalais in Duisburg

Die Liste der Größen, die zum Teil immer wieder gerne ins Ruhrgebiet kommen ist endlos lang, einige seien hier exemplarisch erwähnt: Pierre-Laurent Aimard, Martha Argerich, Emanuel Ax, Daniel Barenboim, Tzimon Barto, Elena Bashkirova, Alfred Brendel, Michel Camilo, Chick Corea, Leon Fleisher, Nelson Freire, Irwin Gage, Hélène Grimaud, Herbie Hancock, Abdullah Ibrahim, Keith Jarrett, Katia & Marielle Labèque, Lang Lang, Elisabeth Leonskaja, Robert Levin, Radu Lupu, Gabriela Montero, Ivo Pogorelich, Maurizio Pollini, André Previn, András Schiff, Grigory Sokolov, Jean-Yves Thibaudet, Arcadi Volodos und Krystian Zimerman.
Das CityPalais in Duisburg
Das Klavierfestival Ruhr setzt aber nicht nur auf große Namen, hier gibt es Klassik und Jazz, Recitals, Kammer- und Orchesterkonzerte, Meisterkurse und Liederabende zu besuchen. Außerdem werden jedes Jahr Kompositionsaufträge vergeben, bereits 92 neue Werke wurden so in den letzten Jahren ur- und erstaufgeführt. Jahr für Jahr finden sich rund 60.000 begeisterte Besucher in den Ruhrgebietsstätten ein. 80 CDs der „Edition Klavier-Festival Ruhr“ zeugen von der großen Bandbreite des Festivals und sorgen zum „Immer wieder Hören“ der hervorragenden Darbietungen.
Die Mercatorhalle im CityPalais in Duisburg
Die Mercatorhalle

Ich hatte heuer das Glück bei einem Konzert von Hélène Grimaud dabei zu sein.  Wenn auch der Große Saal der Mercatorhalle im CityPalais in Duisburg nicht an die Akustik des Musikvereinsaals herankommt und mir der Stenway bei Mozart ein wenig zu grell klang, es war ein einzigartiges Erlebnis. Frau Grimaud war in hervorragender Spiellaune und ein Zuhörer und Zuschauer vermag es kaum zu fassen, was man alles aus einem Klavier herausholen kann. Teilweise hatte man den Eindruck eines ganzen Orchesters.
Hélène Grimaud

Gespielt wurde die Sonate Nr.8 in a-Moll KV 310 von Mozart, Sonate op.1 von Alban Berg, die Sonate in h-Moll von Franz Liszt und Sechs Rumänische Volkstänze von Béla Bartók. Liszt und Bartók ein Traum, fast wollten wir mittanzen, bei Mozart wollten wir uns auch schon auf die Reise nach Paris machen, einzig und allein Alban Berg ist für mich immer noch ein schwieriges Thema. Aber – nichts desto trotz – noch ein paar solche Konzerte beim Klavierfestival und dann kann ich der „Moderne“ auch noch einiges abgewinnen ….
Hélène Grimaud

Weitere Informationen: www.klavierfestival.de
Tipp 1 – Sollten Sie zur Zeit des Klavierfestivals im Ruhrgebiet sein – unbedingt Karten kaufen und hingehen!!
Tipp 2 – Sollte Hélène Grimaud in Ihrer Umgebung ein Konzert geben – ebenfalls: Karten kaufen und hingehen!! Der gleiche Tipp gilt auch für die Schwestern Katia & Marielle Labèque, Ivo Pogorelich  und Lilya Zilberstein. Die beiden Letzgenannten gaben sich auch schon beim Lisztfestival in Raiding die Ehre.