Freitag, 31. August 2012

Eine Ode an die Currywurst…

Naja, ob es wirklich eine Ode wird, kann ich nicht versprechen, aber ein kleines Loblied wird es auf jeden Fall.
"Gehse inne Stadt, wat macht dich da satt, 'ne Currywurst. Kommse vonne Schicht, wat schönret gibt et nich als wie Currywurst" (Herbert Grönemeyer: Currywurst)
Was in Wien der Würstelstand und eine „Haasse“ , ist in Bochum die Currywurst. Und die muss dann auf jeden Fall von Dönninghaus sein.


Sollten Sie sich nicht gerade in der Nähe eines dieser Etablissements aufhalten, probieren Sie sie trotzdem. Oder eben eine andere Wurst.
Die Echten sind von Donninghaus

Es gibt hier ja so interessante Gerichte wie den Viertelpfünder. Mit der Wurst (Bratwurst, Krakauer, etc) dabei,  ist immer ein mehr oder weniger leckeres (resches) Weckerl, hier Brötchen genannt. Senf, Ketchup und geröstete Zwiebel je nach Geschmack, oder aber Pommes.
Hier beim König gibt es so interessante Gerichte wie den "Viertelpfünder"
All jenen, die noch nicht in das Geheimnis der Currywurst eingeweiht sind, sei es hier verraten. Einfach damit sie nicht mit so falschen Erwartungen die Sache angehen, wie eine verwirrte Wienerin (ich) bei einem der ersten ihrer Besuche im Pott.
Natürlich hatte ich schon davon gehört: Die Currywurst war ja durch Schimanski und anderen Tatort-Krimis auch in das Bewusstsein von uns Ösis gedrungen. Ebenfalls klar: wenn ich schon im „Ausland“ bin, dann möchte ich die Spezialität des Landes oder der Stadt probieren…
Also nichts wie auf zum Currywurst-Essen. Ich erwartete eine gekochte oder gegrillte Wurstspezialität, die in ihrem Inneren (also ihrem Brät) mit einer mehr oder weniger feinen Currynote aufwarten würde. Ich war daher äußerst überrascht, als die Verkäuferin eine „normale“ Bratwurst von der Grillfläche nahm, diese durch einen „Schnetzler“ jagte, sodass die Wurst in Räder geschnitten wurde, diese dann mit einer rötlichen Sauce übergoss und mir dann noch die Pommes (rot-weiß) auf den Plastikteller klappte. Ahnungslos wie ich war, urgierte ich bei meiner besseren Hälfte, dem Einheimischen: „Aber ich wollte doch eine Currywurst und keine Bratwurst und außerdem mag ich keine Mayonnaise zu den Pommes Frites“.
„Man isst Pommes nun mal mit Mayo und Ketchup, daher rot-weiß“, wurde ich aufgeklärt, „und das ist eine Currywurst – probier doch mal die Sauce“.
Damit ist das Geheimnis nun preisgegeben und dieses entscheidet neben der Wurstqualität über eine gute oder eine schlechte Currywurst: Die Sauce macht’s!!! Tja und wenn man die Enttäuschung erst mal überwunden hat, dann schmeckt’s…
Und ich muss sagen, man gewöhnt sich mit der Zeit auch an die Mayo auf den Pommes.
Currywurst mit Pommes rot/weiß ist zum Fixprogramm bei meinen Besuchen in Bochum geworden. Nicht dass es ein gesundes Essen wäre, auch für die Gourmets ist es wahrscheinlich nicht das richtige. Aber so wie der Wiener hin und wieder gerne auf seine „Haasse“ mit einem Bugl (ein Brotscherzel=Endstück von einem Brotwecken) und ein 16er-Blech (Ottakringer Bier in Dosen: Die Brauerei ist im 16.Bezirk in Wien beheimatet) geht oder auch schon mal eine Käsekrainer zu sich nimmt – also alles was Ernährungsberater sicher auch nicht auf ihrer Liste der Essempfehlungen stehen haben - sollte man sich im Ruhrgebiet schon mal die eine oder andere Wurst zu Gemüte führen.
McDonalds gibt es überall und der Burger schmeckt überall gleich, aber so eine richtig gute Currywurst –die gibt es eben nur hier in Bochum!  Guten Appetit!

Übrigens: Wer unbedingt die originale Dönninghaus probieren möchte und nicht nach Bochum kommt - es gibt einen Online-Shop: http://www.shop.dieechte.de/ - und hier kann man nicht nur die Wurst, sondern eben auch die Currysauce bestellen ...