Freitag, 14. September 2012

Ein Tag der Kontraste

Wien ist bekannt für seine Lipizzaner, die Oper, die Ringstraße und vieles mehr. Klimt war und ist heuer natürlich ein besonders großes Thema aller Besucher. Zu welchen Kontrasten die Stadt aber sonst noch fähig ist, können Sie heute hier erfahren….
Volksfest am Heldenplatz
The Morning Line am Schwarzenbergplatz

Erntedankfest am Heldenplatz 2012

Zwischen Wien und den restlichen österreichischen Bundesländern besteht so eine Art „Hassliebe“. Während auf der einen Seite Wien von den Ländern als der Wasserkopf und die Wiener als die „Großkopferten“ bezeichnet werden, revanchieren sich der Wiener gerne durch seine überhebliche Art, wenn er in Rest Österreich auftritt. Man schenkt sich also nichts …
Das Rathaus lugt zwischen den Bäumen hervor ...

Wenn aber die Bundesländer in Wien zu Gast sind – wie beim alljährlichen Erntedankfest – und auch bei vielen anderen Gelegenheiten da merkt man dann wie sehr die Wiener „ihre“ Steirer, Niederösterreicher, Burgenländer, etc lieben… Da wird geschunkelt, getanzt und mit gesungen.
Marille und mehr aus der Wachau ..

Winzer aus Wien und den Ländern sorgen für den guten Tropfen der durstigen Kehlen und an den  vielen Ständen der „Genußregionen“ Österreich wird gekostet und gekauft was das Zeug hält – egal ob Marillenschnaps aus der Wachau oder echten österreichischen Wodka aus Erdäpfel (Kartoffel), Speck in vielen Sorten und Geschmacksrichtungen und auch die Waldviertler Karpfen werden nicht verschmäht. Wenn es dann auch noch die Sonne gut meint und Kaiserwetter angesagt ist, gibt es für die echten Wiener kein Halten mehr – am Heldenplatz ist bereits am Nachmittag der viel zitierte Teufel los ….
Da werden die Polen staunen: Unser Erdäpfel-Wodka!

Auf der Bühne wird „geschuhplattelt“ was das Zeug hält und wer will kann mit Harry Prünster lernen wie man das „Hiatamadl“ tanzt.
Kürbiskernöl - das Gold der Steiermark ...

Im Festzelt kocht bereits die Stimmung, und mit dem Absingen der „Gabalier-Hymne“ - I sing a Liad für di – ist einer der Höhepunkte bereits früh am Nachmittag erreicht. Seit dem Erfolg des „Volks Rock’n Roller“ sind ja auch Dirndl und Lederhosen wieder äußert angesagte Kleidungsstücke.
Die Stimmung im Zelt
Verwirrte oder nur müde asiatische Touristen ...
Die österreichische Anwort auf die Currywurst ..
Unterbrochen wird die ländliche Stimmung höchstens durch den Zug der Bhuddisten, die friedlich ihre Instrumente schwingend ebenfalls über den Heldenplatz ziehen.
Kontrastprogramm am Heldenplatz..

Ganz anderer Art geht es ein wenig weiter weg zu …

The Morning Line

The Morning Line
 Am Schwarzenbergplatz – vor dem Denkmal des russischen Soldaten und dem Springbrunnen steht seit 2011 ein imposanter, 10 Meter hoher, 20 Meter langer und 20 Tonnen schwerer – aus schwarz beschichtetem Aluminium gefertigter Komplex. Eigenartig ragt er wie ein Pavillon in die Höhe, wirkt eigenartig zart und wuchtig zugleich. Hier fand am gleichen Wochenende wie das Erntedankfest ein Festival  for Spatial Sound and Advanced Music Composition statt.
Francesca von Habsburg eröffnet das Festival

Wichtig zu wissen ist, dass dieses Kunstwerk  - ein Projekt der TBA21 -  eigentlich eine Klanginstallation ist, die der New Yorker Künstler Matthew Ritchie als kollaborative, interdisziplinäre Plattform mit dem Architekten Aranda/Lasch, dem Music Research Center der York University und Arup AGU entwickelte. Es entstand ein innovativer, multidimensionaler Tonraum, der täglich bis 30. November von 11.00 bis 20.00 Uhr moderne Musik zum Besten gibt. Am Wochenende wurden hier neue Klänge während des Festivals in das „Gedächtnis“ der „Klangskulptur“ neue Werke hochgeladen, teilweise sogar Weltpremieren.


Die Zuhörerschaft war hier natürlich komplett unterschiedlich von den Besuchern des Erntedankfestes, obwohl sich anscheinend einige – wie man an den Papiersäckchen (Papiertüten) erkennen konnten – auch hierher verirrt hatten.


Das Erntedankfest ist für dieses Jahr Geschichte – die „Klangskulptur“ steht noch. Schauen Sie doch mal vorbei, auch wenn Sie kein Fan elektronischer Musik sind. Es ist einfach schön, die vielen, unterschiedlichen Seiten von Wien kennen zu lernen – und Projekte der ZBA21 gehören hier immer dazu…



Mehr über die TBA21 und ihre Projekt finden Sie hier.